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Böhmen Mähren Schlesien

Sudetendeutsche Landsmannschaft in Österreich - Landesverband Wien, Niederösterreich, Burgenland

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Heimatgruppe Bruna Wien


BrunaBrunaBruna

Österreichischer Verein der Landsleute aus Brünn und Umgebung „BRUNA“ Gründungsfeier am 20.05.1950 in den Wiener Sofiensälen

Bruna
Obfrau Ulrike Tumberger
13., Lainzerstraße 157-165/1/6
Tel. 01/ 804 17 29
email: christiane.tumberger@aon.at
Bruna


Am 16.09.1989 wurde für die in der Not des Jahres 1945 umgekommenen Deutschen Bürger von Brünn und der Sprachinsel im Eingangsbereich der Deutsch – Ordens – Kirche in Wien eine Gedenktafel errichtet:

Bruna
BRÜNN LIEGT NOCH IMMER VOR DEN TOREN VON WIEN,DIE TAFEL ERINNERT, SIE WEIST DARAUF HIN,DASS DIE VERTREIBUNG, NOT UND AUCH ELEND VERBÜRGT,DAS UNRECHT NIE MIT DEM BETROFFENEN STIRBT!
Bruna


Veranstaltungen: Unsere Heimatnachmittage finden jeweils monatlich an Samstagen von Jänner bis Juni und von Oktober bis Dezember ab 15:30 Uhr im „Haus der Heimat“ in 1030 Wien, Steingasse 25 (2. Stock) statt (z.B.: Filmvorträge, Faschings-, Muttertags- und Adventfeiern,…).
Zum Gedenken an den Brünner Todesmarsch wird jährlich am Fronleichnamstag eine Gräberfahrt zwischen Drasenhofen und Wien-Stammersdorf durchgeführt.
Ende Mai findet jährlich eine Fahrt nach Brünn statt, bei welcher der Opfer des Brünner Todesmarsches mit Gottesdienst und Kranzniederlegung im Gregor-Mendel-Klostergarten gedacht wird. Der Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben.


A C H T U N G

Unter "Heimatgruppe Bruna Wien" stehen B E R I C H T E und T E R M I N E durch Klicken zur Verfügung.





BRÜNN, erste Erwähnung im Jahre 1048, ab 1642 Landeshauptstadt Mährens, bildete gleichzeitig den Mittelpunkt einer deutschen Sprachinsel, deren Hauptort Mödritz / Modrice war. Die Sprachinsel wurde von 11 Gemeinden gebildet, die sich ihren ländlichen Charakter bewahrt hatten. Das Wahrzeichen der Stadt Brünn / Brno ist der Spielberg, der schon im 11. Jahrhundert auf seinem Gipfel eine Burg trug. Durch die Besiedlung von Deutschen und Wallonen im 12. Jahrhundert erlangte der Burgflecken bald Bedeutung und bekam im Jahre 1243 Deutsches Stadtrecht verliehen. Brünn / Brno wurde ein politisches, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum und besitzt viele Baujuwele aus vergangener Zeit – von Gotik über Barock bis zum Jugendstil. Das Deutsche Haus mit Theater- und Konzertsälen wurde 1945 dem Erdboden gleich gemacht.

Die schönste, spätgotische Hallenkirche ist die St. Jakobskirche in welcher eine Gedenktafel an die Vertreibung der Brünner Deutschen von 1945 erinnert. Das gotische Rathaus offenbart ehemaligen deutschen Bürgerstolz und das Stadttheater von 1882 war das erste Theater in Europa mit elektrischer Beleuchtung. Im Dom St. Peter und Paul läuten die Kirchenglocken statt um 12:00Uhr mittags um 11:00Uhr, dies erinnert an die Verschonung vor den Schweden 1645, weshalb sie früher aus Brünn / Brno abgezogen sind, damit die Schweden meinten, es sei schon Mittag.

Die Kapuzinergruft mit 50 mumifizierten Toten, darunter der berüchtigte Pandurenoberst Franz von der Trenck, der Krautmarkt wo früher „die Baseln“ aus Kumrowitz / Komarov ihre Waren feilboten. Die Alt-Brünner Basilika, mit anschließendem Klostergarten führte Gregor Johann Mendel (1822 - 1884) jene Pflanzenversuche durch die zu den Vererbungsgesetzen führten, ein Gedenkstein wurde 1995 für die Heimatvertriebenen errichtet. Architekt Mies van der Rohe schuf die Villa Tugendhat (1929 – 1930), die zum UNESCO – Weltkulturerbe zählt. Als Messestadt war Brünn / Brno auch in der Ära des Eisernen Vorhanges ein weltoffener und international begehrter Handelsplatz. Maschinenbauer, Erfinder der Wasserturbine Viktor Kaplan wirkte an der Deutschen Technischen Hochschule. Der Politiker Mathias Eldersch und Architekt Adolf Loos wurden in Brünn / Brno geboren.

In der ursprünglich deutschen Stadt verschob sich allmählich das Nationalitätenverhältnis. 1896 zählten die Deutschen 60% der Bevölkerung, bis 1918 überwiegend deutsche Einwohner und deutsche Bürgermeister. Durch sie wurde die bauliche und industrielle Entwicklung der Stadt nachhaltig gefördert. 1919 entstand durch Eingemeindung tschechischer Dörfer Groß - Brünn und die Deutschen wurden zur Minderheit. 1938 ca. 300.000 Einwohner, davon in Brünn / Brno und den südlichen Vororten ca. 80.000 Deutsche.

Der Brünner Todesmarsch war Teil der Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung Mährens und begann am 31.05.1945 dem Fronleichnamstag, führte über Pohrlitz / Pohorelice an die deutsch / tschechische Grenze bis Wien. Die deutschsprachigen, ursprünglich altösterreichischen Einwohner von Brünn / Brno sind während der „wilden Abschiebungen“ gezwungen worden, die Stadt zu verlassen. Am Abend zuvor wurden sie auf Plätzen in Brünn / Brno zusammengetrieben und mussten nächsten Tag über 50 km Richtung tschechisch / österreichische Grenze marschieren. Der Menschenzug bestand hauptsächlich aus Frauen, Kindern, Säuglingen und Alten. 27.000 deutsche Zivilisten mussten den Marsch gehen und 5.200 deutsche Bürger kamen zu Tode. Die Opfer starben während des Marsches oder unmittelbar danach an Entkräftung, Hunger, Durst, Typhus, Ruhr, aber auch durch Erschießung tschechischer Begleitmannschaften. Der Brünner Todesmarsch wurde vorwiegend von den tschechischen Arbeitern der Brünner Waffenwerke geplant und organisiert. Massengräber und Gedenksteine in Pohrlitz / Pohorelice, in Niederösterreich zwischen Drasenhofen und Wien - Stammersdorf erinnern an die schrecklichen Ereignisse vom Jahre 1945.

Am 20.05.2015 drückte der Stadtrat von Brünn Oberbürgermeister Petr Vokràl in einer Deklaration sein Bedauern für die gewalttätige Vertreibung, aus. Am 30.05.2015 fand der Gedenkmarsch anlässlich des 70. Jahrestag in umgekehrter Richtung von Pohrlitz / Pohorelice nach Brünn als symbolische Geste der Versöhnung, statt. Der Oberbürgermeister von Brünn lud Vertreter der Partnerstädte und vertriebenen Verbände aus Deutschland und Österreich ein, gemeinsam der Opfer des Krieges und der Nachkriegszeit zu gedenken. In der Alt Brünner Basilika zelebrierte Bischof Cikrle am 31.05.2015 eine Totengedenkmesse, die Predigt, Lesung und Evangelium sind in Deutsch und Tschechisch gesprochen worden. Kranzniederlegung der BRUNA – Wien und Deutschland beim Gedenkstein (1945 – 1995) im Klostergarten beim Mendelmuseum. Die Wallfahrt der Versöhnung wurde vom 27.-29.05.2016 fortgesetzt. Film von Simon Wieland „Nemci Ven – Deutsche Raus – Brünner Todesmarsch“, Zeitzeugen erzählten ihre Vertreibungserlebnisse. 30km Fußmarsch von Pohrlitz / Pohorelice nach Brünn / Brno, Gedenkmesse in der Alt Brünner Kirche, Totenandacht beim Mahnmal der Heimatvertriebenen im Klostergarten, Besuch des Halamek – Museum des Unrechts das zum Gesetz erhoben wurde in Eibenschitz / Ivancicè.
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